Ich wollte doch nur helfen.
Und trotzdem kam beim anderen an:
„Du traust mir das nicht zu.“
Oder:
„Ich wollte dir Raum geben.“
→ „Du interessierst dich offenbar nicht.“
„Ich wollte Klarheit schaffen.“
→ „Du bist ganz schön dominant.“
„Ich wollte mich zurücknehmen.“
→ „Auf dich kann man sich nicht verlassen.“
Zwei Menschen können dasselbe Verhalten ganz unterschiedlich wahrnehmen.
Denn wir kommunizieren nicht nur mit Worten.
Auch Tonfall, Körpersprache, Tempo oder Zurückhaltung senden Signale. Und diese werden vom Gegenüber interpretiert – geprägt durch die eigene Wahrnehmung und Erfahrung.
Gerade in Teams entstehen hier schnell Missverständnisse:
Eine Person möchte unterstützen – die andere erlebt Kontrolle.
Eine Person möchte Freiraum geben – die andere erlebt Distanz.
Eine Person möchte Klarheit schaffen – die andere erlebt Druck.
Genau hier setzt auch das 4-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun an: Eine Nachricht kann auf unterschiedlichen Ebenen verstanden werden – und dadurch etwas ganz anderes auslösen, als ursprünglich beabsichtigt war.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht nur:
Was wollte ich sagen?
Sondern auch:
Was ist bei meinem Gegenüber angekommen?
Denn gute Zusammenarbeit entsteht nicht nur durch gute Absichten – sondern auch durch die Fähigkeit, die eigene Wirkung wahrzunehmen.